Wie funktioniert ein Elektrozaun?

Der Elektrozaun besteht im wesentlichen aus 4 Komponenten:

  • dem Elektrozaungerät / Weidezaungerät
  • dem Zaundraht
  • den Isolatoren
  • dem Erdstab

Die grundlegende Wirkungsweise eines Elektrozauns liegt in dem Respekt des Tieres gegenüber dem elektrischen Schlag, dem das Tier beim Berühren des Zauns ausgesetzt ist. Diese elektrischen Schläge sind für Mensch und Tier ungefährlich, lösen aber Angst vor dem abermaligen Berühren aus.

Diese Wirkungsweise funktioniert bei allen Tierarten und wird daher sowohl für die Tierhaltung als auch zur Abwehr von Tieren benutzt.

Funktionsweise des Elektrozauns

Übersicht „Funktionsweise Elektrozaun, Anschluss Weidezaungerät und Muster Erdung“

Funktionsweise und Komponenten eines Elektrauzauns

Wenn das Tier den Zaundraht berührt, wir der Stromkreis geschlossen und der elektrische Strom fließt durch das Tier und die Erde zurück zum Weidezaungerät. Das Tier erhält dadurch einen ungefährlichen, zugleich für das Tier aber unangenehmen Stromschlag und weicht zurück.
Dieser Stromschlag, den das Tier beim Berühren des Elektrozauns erhält, löst beim dem Tier Respekt und Angst vor dem abermaligen Berühren aus und sorgt im Normalfall dafür, dass das Tier die Barriere des Zauns nicht mehr zu überschreiten versucht.

Der Stromkreis kann aber z. B. auch durch Bewuchs am Zaun oder Äste auf den Drähten geschlossen werden, so dass an dieser Stelle Strom abfließt und weniger Spannung am Zaun anliegt.

Deshalb ist darauf zu achten, dass der Elektrozaun so gut wie möglich von Bewuchs befreit ist. Sollte dies nicht möglich sein, ist darauf zu achten, dass ein entsprechend starkes Weidezaungerät verwendet wird, um eine ausreichende Spannung zu erzeugen und dafür zu sorgen, dass neuer Bewuchs schon beim Heranwachsen an den Zaun verbrannt wird.

Das schwächste Glied in diesem Kreislauf beeinflusst die Hütsicherheit (min. 2000 Volt Spannung laut VDE) des Elektrozauns, aus diesem Grund ist darauf zu achten, das das Weidezaungerät, die Isolatoren, der Zaundraht, die Zuleitungen und Verbindungen sowie die Erdung einwandfrei sind, um eine optimale Funktionsweise des Zauns zu gewährleisten.

Welche wichtige Regeln gibt es für einen funktionierenden Weidezaun?

  • die Zaunanlage sollte möglichst frei von Bewuchs gehalten werden, da der Bewuchs die Ausgangsspannung des Weidezaungeräts beeinflusst und speziell bei Batteriegeräten zu einem erhöhten Stromverbrauch führt
  • eine optimale Erdung ist ein wesentlicher Faktor für einen funktionierenden Elektrozaun (Erdung sollte möglichst tief sein, mindestens 1 Meter, es sollten mehrere Erdstäbe verwendet werden, achten Sie auf eine gute elektrische Verbindung zwischen Weidezaungerät und Erdstab)
  • Kordeln, Breitbänder oder Kunststofflitzen nicht durch Knoten verbinden – verwenden Sie entsprechende Verbinder
  • Zaundraht darf nicht ge- bzw. unterbrochen sein
  • setzen Sie Leitermaterial mit möglichst guter Leitfähigkeit, d.h. geringen Widerstand, ein
  • veraltete oder defekte Isolatoren sind ungeeignet, da sie zu starkem Leistungsverlust führen, ersetzen Sie diese durch neue
  • auf eine optimale Verbindung zwischen dem Weidezaungerät und dem Zaun ist zu achten (bei unterirdischen Zuleitungen ist hochspannungsfestes Kabel zu verwenden)
  • bei Batteriegeräten ist der Batteriezustand regelmäßig zu kontrollieren
  • auf die Einhaltung der Hütesicherheit von mindestens 2.000 Volt an jedem Punkt des Zauns ist zu achten (Zaunprüfer zum regelmäßigen Testen verwenden)
  • bei schwer zu hütenden Tieren sollten mindestens 3.000 Volt an jedem Punkt des Zauns erreicht werden
  • Elektrozäune sind bei richtiger Installation und Bedienung vollkommen ungefährlich für Mensch und Tier, aus diesem Grund ist eine regelmäßige Kontrolle und Wartung des Elektrozauns sowie des Weidezaungeräts und der Zuleitungen unerlässlich

Was bedeutet Hütesicherheit?

Ein Zaun, der an jeder Stelle eine Mindestspannung von 2000 Volt aufweist, wird in Deutschland als hütesicher betrachtet. Jeder Betreiber einer Zaunanlage ist verpflichtet, seine Zaunanlage zu überwachen und regelmäßig zu kontrollieren. Eine Zaunanlage gilt als hütesicher, wenn von ihr keine Gefahr für Menschen, Tiere oder Sachen ausgeht. Erwerbsmäßige Tierhalter müssen bei Schadensersatzansprüchen nachweisen (nach § 833 BGB), dass bei der Errichtung und dem Betrieb des Elektrozauns die erforderliche Sorgfaltspflicht nicht verletzt wurde.

Leicht zu hütende Tiere

Für leicht zu hütende Tiere, wie Rinder mit kurzem Fell, Pferde, Schweine und andere Haustiere, reicht eine Hütespannung von mindestens 2.000 Volt, die überall am Zaun vorhanden sein muss.

Schwer zu hütende Tiere

Für schwer zu hütende Tiere, wie Schafe oder Highland-Rinder (Tiere mit dichtem Fell) oder auszuzäunende Wildtiere, wird eine Hütespannung von 4.000 Volt empfohlen, die überall am Zaun anliegen muss.

Damit das Weidezaungerät seine volle Leistungsfähigkeit entwickeln kann, ist es wichtig, für eine ausreichende Erdung zu sorgen bzw. die Erdung (speziell bei sandigen, steinigen oder trockenen Böden) richtig zu dimensionieren.

230 Volt Netzgeräte und 12 Volt Batteriegeräte

  • 1-3 Erdstäbe (je nach Entlade- / Impulsenergie)
  • Länge der Erdstäbe: 1-2m
  • Abstand zwischen den einzelnen Erdstäben: 2-3m

9 Volt Batteriegeräte

  • 1 Erdstab
  • Länge der Erdstäbe: 1-2m

Bei sandigen, steinigen oder trockenen Böden sind zusätzliche Erdstäbe zu empfehlen und die Erdung sollte regelmäßig auf ihre Funktion überprüft werden. Es sollten verzinkte oder nicht rostende Erdstäbe verwendet werden, da Rost isolierend wirken kann.